Ich glaube, dass es in dieser Zeit der Umbrüche darum geht, wahrhaftig und ehrlich sich selbst gegenüber zu sein und einen Weg zu finden, alte Muster und Traumata zu betrachten und in die Aufarbeitung zu bringen.
Ich denke, viele Menschen haben im letzten Jahr gespürt, dass sich alles verändert; bestehende Masken und Muster wurden sichtbar und bekamen Risse. Beziehungen veränderten sich oder wurden getrennt; Menschen, von denen man dachte, man würde sie kennen, wurden zu Fremden. Energetisch steht alles auf Umbruch. Wenn man das global betrachtet, stand 2025 für das Ende des Winters. Die Eiszeit ist noch fühlbar, aber es geht Richtung Frühling weiter. Dieses Jahr steht für die Neuausrichtung – für den Blick über die Trümmer hinweg zu dem, was darunter liegt.
Ich glaube, viele von uns sind gerade dabei zu sortieren: Was ist noch fühlbar, was ist noch da und was ist bereits am Absterben oder schon verschwunden? Wir sortieren und ordnen. Das Ende einer Kälteperiode offenbart oft einen tiefen Blick auf das, was unter der Eisschicht liegt. Unsere Traumata werden sichtbarer und können nun gezielter betrachtet und verarbeitet werden. Ängste verlieren an Kraft, denn sie werden als solche wahrgenommen und der Realität gegenübergestellt. Somit entpuppen sich die meisten Ängste als Überbleibsel einer aktiven Erinnerung und haben mit der aktuellen Realität wenig zu tun. Genau diese Betrachtung führt zu einer gezielten Verarbeitung.
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich intensiver mit dem eigenen Ich auseinanderzusetzen – und gleichermaßen mit dem Du des Gegenübers. Wer sich in dieser Zeit mutig stellt, erschafft sich noch einmal neu. Wir hören auf, Opfer der Umstände zu sein; wir werden Gestalter unserer Psyche. Diese neue Zeit steht im Zeichen der radikalen Eigenverantwortung. Wer sich dem entzieht, bleibt in den Trümmern stecken.
Ich hatte Ende letzten Jahres das Gefühl, dass alle Konstrukte, die auf Unwahrheit, Machtmissbrauch und Kontrolle beruhen, unweigerlich zusammenbrechen müssen. Es gab hier keine Möglichkeit, etwas aufzuhalten; es rollte geradezu über einen hinweg, und ich bin sicher, dass jedes Lebewesen diese Energie gespürt hat. Es gab keine Diskussion, keinen Kompromiss, kein Aufhalten. Es war, als wäre eine Lawine losgetreten worden.
Jetzt, da alles in Scherben liegt, können wir nur zwei Dinge tun: die Scherben wegräumen und das eigene Leben neu kalibrieren – oder uns auf den bestehenden Scherben niederlassen. Diejenigen, die sich für die letztere Möglichkeit entscheiden, werden bald merken, wie schmerzhaft ein Scherbenhaufen ist, wenn er sich in die eigene Haut bohrt. Für alle anderen wird der Neuanfang erst einmal genauso unbequem werden, da sie den alten Trümmerberg abtragen müssen, um auf dem frischen Boden ihr neues Domizil aufzubauen.
Der Neubeginn ist mit vielen Unsicherheiten behaftet, denn niemand kann auf Altbewährtes zurückblicken; diese Welt ist gerade erst geboren, Altes hat seine Kraft verloren. Kein Netz und kein doppelter Boden – wir beginnen alle von vorn. Und wer sich dem mutig stellt, wird sich selbst neu wahrnehmen. Diese Chance ist einzigartig für dieses Leben.
Lasst uns dem Beginn einer neuen Zeit mit einem offenen Herzen und offenen Augen begegnen.
(c) Seinsfindung Unzensiert.
.jpg)